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Zur Diskussion um die Rechtschreibreform (06. - 13.08.04)

So wie's aussieht, ist ja nun endlich der Sommer da! Und mit ihm auch das große Sommerloch, was es alljährlich zu stopfen gilt.

Ganz aktuell dient dabei als Flickwerk scheinbar die neuerlich aufgekochte Debatte um die Rechtschreibreform. Immer mehr springen nun offenbar von dem bereits seit sechs Jahren rollenden Zug zur Einführung der neuen Rechtschreibung ab. Jüngstes Beispiel ist der SPIEGEL Verlag und die Axel Springer AG, die am 6. August mit Begründungen wie der "mangelnde[n] Akzeptanz und" der "zunehmende[n] Verunsicherung" ihre Rückkehr zur alten Rechtschreibung bekannt gaben (Quelle).

Weiter heißt es: "Wer vor der Reform sicher schreiben konnte, macht heute Fehler." Das mag sein, doch gab es auch vor der Reform sicher nur wenige, die alle Eigenheiten der deutschen Rechtschreibung perfekt beherrschten. Würde sich jeder mit der neuen Rechtschreibung beschäftigen, gebe es auch nicht so viel Verunsicherung, wie es offenbar der Fall ist. Nun ist der Mensch aber bekanntlich ein Gewohnheitstier, was sich nicht gern an neue Dinge gewöhnt. Also schreibt der überwiegende Teil lieber vermeintlich nach der alten Rechtschreibung. Dass er dabei jedoch häufig falsch schreibt, ist ihm gar nicht bewusst.

Häufig wird der Rechtschreibreform die fehlende Konsistenz bei der Umsetzung von bestimmten Regeln nachgesagt. Doch von Konsistenz konnte man doch schon bei der alten Rechtschreibung nicht sprechen: Warum schrieb man beispielsweise "Auto fahren" aber "radfahren", warum "müssen" aber "muß", warum "irgendwann" aber "irgend etwas"? Derlei Beispiele gibt es in Hülle und Fülle.

Sicher muss man auch als Verfechter der neuen Rechtschreibung eingestehen, dass es an manchen Stellen Nachbesserungen geben muss und dass die Reform vielleicht zu früh veröffentlicht wurde und eine gewisse Anzahl von Kuriositäten einfach übersehen wurden.

Aber wie kann man denn, nachdem Schüler seit sechs Jahren ausschließlich nach der neuen Rechtschreibung unterrichtet werden, die Lehrbücher in die neue Rechtschreibung übertragen wurden und viele neue Bücher ebenfalls in neuer Rechtschreibung erscheinen, verlangen, nun doch wieder zur alten Rechtschreibung zurückzukehren?

Ich finde das sehr schwachsinnig und werde weiter nach den neuen Regeln schreiben, die unter anderem viele Schreib- und Sprachverständniserleichterungen wie die Schreibung von ss nach kurzem Vokal mit sich brachte. Wie Helmut Markwort, Chefredakteur des FOCUS, schon sagte: „Wer sich über Chaos beschwert, sollte nicht das Chaos vergrößern.“

Damit appelliere ich an all jene mit etwas Vernunft, sich mit der neuen Rechtschreibung auseinander zu setzen. Denn so schwer und unlogisch wie immer gesagt wird, ist sie bei weitem nicht!

Über jegliche Art von Kommentaren - sei es im Kommentar-Bereich auf dieser Seite oder im Gästebuch - würde ich mich sehr freuen!

Beim Surfen auf meiner in neuer Rechtschreibung verfassten Webseite wünsche ich euch viel Spaß!

Christian


 

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